Informationen zu Photovoltaik

Was ist PV?

Photovoltaik (PV) bezeichnet die Umwandlung von Strahlungsenergie in elektrische Energie mittels Solarzellen. Der Begriff Photovoltaik ist um 1920 entstanden und setzt sich aus dem griechischen Wortstamm für Licht und der Einheit für die elektrische Spannung zusammen. Die Solarzelle ist eine der bemerkenswertesten Erfindungen der Ingenieurswissenschaften überhaupt: Sie wandelt die frei und überall auf der Welt kostenlos zur Verfügung stehende Sonnenstrahlung direkt in elektrische Energie um, die dann wiederum leicht in fast jede andere Energieform umgewandelt werden kann. Die Solarzelle kommt dabei praktisch ohne Wartung aus, da sie keine bewegten Teile besitzt oder Hilfsenergien benötigt. Ihre Lebensdauer ist so hoch, dass die Hersteller mindestens 20 Jahre Garantie geben. Zu ihrer Produktion wird vor allem Quarzsand benötigt – ein Stoff, der praktisch unbegrenzt auf der Erde vorhanden ist, denn Quarz ist das zweithäufigste Mineral in der Erdkruste. Das Haupteinsatzfeld von Solarzellen hat sich dabei in den letzten 40 Jahren von kleineren und mittleren netzautarken Anwendungen, wie beispielsweise der Energieversorgung von Satelliten oder elektrischen Kleinverbrauchern hin zu netzgekoppelten Solarkraftwerken verlagert. Heute leisten Solarzellen einen wachsenden Beitrag zur öffentlichen Energieversorgung und Solarkraftwerke mit einer Nennleistung im Megawattbereich sind inzwischen Stand der Technik. Diese Entwicklung beruht auf erheblichen technologischen Fortschritten in der Zell- und Modulfertigung sowie der Entwicklung von leistungsfähigen Netzeinspeisegeräten.

 

 

Wie funktioniert der Strom aus der Sonne?

Unsere Sonne ist ein riesiger Kernfusionsreaktor, in dem in jeder Sekunde 564 Millionen Tonnen Wasserstoff zu Helium „verbrannt“ werden. Dieser Prozess bewirkt eine Gesamtenergieabstrahlung von ca. 370 Quadrillionen Kilowatt (Quadrillion = eine Eins mit 24 Nullen). Damit setzt unsere Sonne in einer einzigen Sekunde etwa eine Millionen Mal mehr Energie frei, als wir auf der Erde in einem ganzen Jahr verbrauchen. Ein Teil dieser riesigen Energiemenge kommt auf der Erdoberfläche an und sie kann genutzt werden, um Strom zu erzeugen.

Zur Stromerzeugung aus der Sonnenenergie benötigen Sie eine Photovoltaikanlage. Diese besteht im Wesentlichen aus nur zwei Elementen: aus den Solarmodulen, die auf das Dach montiert werden und dem sogenannten Wechselrichter. Das auf die Solarmodule treffende Sonnenlicht setzt dort, im Material der Solarzellen, Elektronen in Bewegung. Dadurch wird elektrischer Strom, in diesem Fall Gleichstrom, erzeugt. Die Elektronen (der elektrische Strom) werden über ein Stromkabel zum Wechselrichter geleitet. Dieser wandelt den Gleichstrom in Wechselstrom um, den wir normalerweise aus dem Stromnetz beziehen und der unsere Glühbirne zum Leuchten bringt.

Diese Darstellung ist zwar stark vereinfacht, das eigentliche Funktionsprinzip lässt sich aber wirklich so einfach erklären. Der auf dem Dach erzeugte Strom wird entweder in das Stromnetz eingespeist oder selbst verbraucht. Die eingespeiste oder selbst verbrauchte Menge wird über einen eigenen Stromzähler gemessen. Bei der Einspeisung ist Ihr „Netzbetreiber“ verpflichtet, Ihnen den ins Netz eingespeiste Strom zu vergüten. Grundlage dafür ist das Gesetz für den Ausbau erneuerbarer Energien (EEG). In den Anfangsjahren der EEG-Förderung lohnte sich die Investition in eine Photovoltaikanlage alleine durch die hohe Einspeisevergütung. Mittlerweile sollte der Eigenverbrauch des selbst produzierten Stroms so hoch wie möglich sein, um gute Renditen zu erzielen.

Warum lohnt sich Photovoltaik?

Die Sonne scheint das ganze Jahr über und produziert Energie, die wir nutzen können. Auch bei uns in der Metropole Ruhr, wo die Sonneneinstrahlung nicht so hoch ist wie beispielsweise in Südeuropa, lohnt sich die Nutzung der Sonnenenergie. Eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf dem Dach produziert Strom, der günstiger ist als der Strom aus dem Netz. Das liegt vor allem daran, dass die PV-Anlagenpreise durch Forschung und Entwicklung in den letzten Jahren deutlich gesunken sind. Mit der Installation einer PV-Anlage sparen Sie nicht nur Geld, sondern tragen auch zum Klimaschutz bei. Warum also Kohle verbrennen, um Energie zu gewinnen, wenn Sonnenstrahlung direkt vor Ort verwendet werden kann?

In der Metropole Ruhr gibt es über eine Millionen Dächer, die für eine PV-Anlage geeignet sind. Würden all diese Dächer zur Solarstromerzeugung genutzt werden, könnten in der Region über neun Millionen Tonnen CO2 eingespart werden. Für Deutschland entspricht das dem CO2-Jahresausstoß von etwa einer Millionen Menschen. Das ist ein Grund, weswegen die Bundesregierung den Ausbau von Photovoltaik stark fördert und die rechtlichen Rahmenbedingungen in ständiger Bewegung sind. Das Ziel: Photovoltaik für jeden einfach zugänglich machen. Dafür wird das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stetig angepasst. Die wichtigsten Neuerungen, unter anderem zu den Vergütungssätzen, sind immer aktuell bei der Verbraucherzentrale zu finden. Zwar ist die EEG-Vergütung nicht mehr so hoch wie vor 20 Jahren, aber: Da die Module heute deutlich günstiger sind, lohnt sich eine PV-Anlage dennoch nach wie vor. Für die Wirtschaftlichkeit ist mittlerweile der Eigenverbrauch eine wichtige Größe geworden. Je mehr produzierter Strom selbst genutzt wird, desto größer ist der Profit einer Anlage. Aus diesem Grund sind nicht nur Süddächer besonders geeignet, sondern auch Ost-/ Westdächer, die vor allem in den Morgen- und Abendstunden Strom liefern, wenn auch Berufstätige zu Hause sind.

 

Der Weg zur eigenen Solaranlage

Der Bau einer Solaranlage sollte sorgfältig geplant werden. Der Weg bis zur fertigen Anlage ist hier in zehn Schritten zusammengefasst. Die einzelnen Schritte gelten für Photovoltaik-Anlagen, mit denen elektrischer Strom erzeugt wird, sie sind aber auch auf Anlagen zur Wärmegewinnung (Solarthermie) anwendbar, für die meist weniger Fläche benötigt wird. Vereinzelt kann dies dazu führen, dass sich ein Dach aufgrund seiner geringen Größe nur bedingt für Photovoltaik, aber gut für Solarthermie eignet. Oft sind die Dächer sogar so groß, dass sich beide Anlagen kombinieren lassen.

Ob sich Ihr Dach grundsätzlich für eine Solaranlage lohnt, können Sie mit dem Dach-Check unseres Solardachkatasters herausfinden. Dort können Sie ganz bequem die Eignung ihrer Dachfläche auf Grundlage der solaren Einstrahlung und der Dachneigung überprüfen.

Bei der Berechnung der Eignung durch das Solardachkataster gibt es mögliche Fehlerquellen (z. B. Verschattungen, etwa durch Lüftungsrohre), die vom Solarpotentialkataster nicht erkannt wurden. Ebenso können z. B. Dachfenster, die in die Dachfläche integriert sind, nicht erfasst werden. Sind solche Störungen vorhanden, muss geprüft werden, ob diese beseitigt werden können (eine Verlegung von Entlüftungen auf die andere Dachseite ist häufig leicht möglich) oder ob sich die für Photovoltaikmodule nutzbare Fläche dadurch verringert. Eine Anlage, die in erster Linie zur Eigenstromversorgung gedacht ist, lässt sich auch schon auf kleinen Dachflächen realisieren. Des Weiteren sollte geprüft werden, ob die Fläche auch in Zukunft verschattungsfrei sein wird. Hier könnten schnell wachsende Bäume, geplante Erweiterungsgebäude oder geplante Nachbargebäude ein Problem darstellen.

Bei denkmalgeschützten Gebäuden ist zuallererst eine denkmalschutzrechtliche Genehmigung erforderlich. Wenden Sie sich dafür an die untere Denkmalbehörde Ihrer Kommune. Grundsätzlich besteht nach dem nordrhein-westfälischen Denkmalschutzgesetz ein Rechtsanspruch auf Erteilung der Erlaubnis. Diese liegt nicht im Ermessen der Erlaubnisbehörde. Das bedeutet, dass Solaranlagen grundsätzlich zu erlauben sind, wenn sie keine erhebliche Beeinträchtigung des Denkmals darstellen.

Die Dacheindeckung sollte eine längere Lebenserwartung aufweisen als die Photovoltaikanlage, die eine Lebensdauer von 20 bis 30 Jahren aufweist. Zudem muss die Statik des Daches für die Installation einer Solaranlage ausreichend sein. Steht in den nächsten Jahren eine Dachsanierung an, dann sollte diese im besten Fall gemeinsam mit der Installation der Solaranlage erfolgen, da so die Kosten für eine doppelte Aufstellung des Baugerüsts vermieden werden kann.

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Nehmen Sie die neutralen Beratungsangebote der Verbraucherzentrale NRW oder die eines Energieberaters wahr. Dadurch können Sie sicher sein, dass Sie eine vollkommen anbieter- und produktunabhängig Beratung bekommen und kein Verkaufsdruck hinter der Beratung liegt. Der Energieberater wird sich Ihren Wohnraum und Ihr Verbrauchsverhalten anschauen und überprüfen, ob die Solaranlage mit Ihrem bestehenden Heizsystem kombiniert werden kann.

Mittlerweile können Sie ganz bequem selbst auswählen, ob Sie eine Beratung online oder vor Ort bei Ihnen zuhause machen möchten. Zusätzlicher Vorteil: Um allen Bürgerinnen und Bürgern eine unabhängige Energieberatung zu ermöglichen, werden die Beratungen der Verbraucherzentrale direkt und ohne Antragsstellung gefördert. Egal welche Beratung sie wählen, Sie zahlen maximal 30 € und bekommen eine Beratung im Wert von bis zu 538 €. Für einkommensschwache Haushalte mit entsprechendem Nachweis sind alle Beratungsangebote kostenfrei. Hier finden Sie die Beratungsangebote der Verbraucherzentrale: Beratung: Energie sparen | Verbraucherzentrale (verbraucherzentrale-energieberatung.de)

 

Ist die Energieberatung abgeschlossen, ist es Zeit den richtigen Handwerksbetrieb für die Installation Ihrer Solaranlage zu finden. In Zeiten des Fachkräftemangels eine echte Herausforderung. Lassen Sie sich von Wartezeiten aber nicht abschrecken, denn selbst bei Wartezeiten bis zu einem Jahr lohnt sich eine Solaranlage immer mehr, als keine Anlage zu installieren.

Durch die Kooperation mit dem Handwerk Region Ruhr, finden Sie auf unserer Seite mit Sicherheit den passenden Handwerksfachbetrieb. Finden Sie hier den passenden Innungsbetrieb von nebenan oder nutzen Sie die Suchen der Handwerkskammern, Kreishandwerkerschaften und Fachverbände. Bei der Suche werden Sie schnell feststellen, dass „Solarteure“ kein eigenes Gewerk sind und die Installation durch andere spezialisierte Gewerke übernommen werden. Bei Photovoltaikanlagen sind dies in der Regel Fachhandwerker der Elektro-Innung und Dachdecker, bei Solarthermie-Anlagen können Sie sich an Installateure der Sanitär- und Heizungs-Innung (SHK) wenden. Alternativ können Sie auch nach speziellen Solarfirmen suchen.

Haben Sie passende Handwerksbetriebe in Ihrer Umgebung gefunden, ist der nächste Schritt ein Angebot für Ihre geplante Solaranlage einzuholen. Dabei sind zwei Punkte zu beachten. Zum einen sollten Sie sich grundsätzlich mindestens zwei Angebote einholen, um Stundensätze und Materialkosten zu vergleichen. Für die Kostenvoranschläge darf keine Vergütung verlangt werden, außer es ist vorher ausdrücklich vereinbart worden.

Achten Sie zudem auf die Inhalte des Angebote. Die Leistungen (z. B. Material, Arbeitsstunden) sollten dort möglichst genau aufgeführt sein.  Wenn Ihnen etwas nicht verständlich ist, lassen Sie es sich grundsätzlich  vom Handwerksfachbetriebt erläutern. Prüfen Sie alle Angebote auf Vollständigkeit und Vergleichbarkeit. Im Zweifelsfall lassen Sie noch einen unabhängigen Berater z. B. von der Verbraucherzentrale darüber schauen.

Hier finden Sie noch einmal genau im Überblick, was bei einer Beauftragung zu beachten ist.

Finanzierung bei einem Anlagenkauf

Durch die Angebote ermitteln Sie die Kosten für die fertig installierte Anlage ebenso wie den zu erwartenden Jahresertrag. Nun klären Sie, wie hoch Ihr Eigenanteil an der Finanzierung sein soll. Für die restliche Finanzierung stehen z. B. günstige Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) zur Verfügung.

Achtung: Sie dürfen in der Regel nicht mit dem Vorhaben beginnen, bevor Sie die Kreditzusage bekommen haben! Berücksichtigen Sie bei der Finanzierung auch steuerliche Aspekte ­– mehr Infos dazu finden Sie hier.

Pachten statt kaufen

Wer keine großen Summen für eine Solaranlage ausgeben möchte oder kann, hat mittlerweile die Möglichkeit von diversen Pachtangeboten profitieren. Das bedeutet: Auf Ihrem eigenen Dach wird eine Anlage vom Verpächter, zum Beispiel einer Bürgerenergiegenossenschaft, installiert. Sie als Pächter dürfen den daraus erzeugten Strom aber gegen eine monatliche Pachtrate für Ihren eigenen Gebrauch nutzen. Alternativ können Sie den Strom auch verkaufen und somit ins öffentliche Netz einspeisen. Die Kosten für Installation, Wartung und Reparatur übernimmt dabei der Verpächter, da er Eigentümer der Anlage ist.

Hinweis: In vielen Fällen scheint eine Pacht im Vergleich zu den hohen Anschaffungskosten einer eigenen Anlage eine lukrative Alternative zu sein, jedoch sollten die Pachtgebühren auf Dauer einkalkuliert werden. Die Rendite einer Pachtanlage ist in der Regel niedriger als bei einem Eigenkauf, weil sowohl der Pächter als auch der Verpächter von der Kooperation profitieren müssen. Bei einer Verpachtung sollte man sich daher immer die Frage stellen, welche Prioritäten gesetzt werden. Nimmt man weniger Rendite für einen minimalen bürokratischen Aufwand in Kauf, ist das Pachtmodell eine gute Möglichkeit.

Bevor Sie mit der Umsetzung der aufgestellten Planung der PV-Anlage beginnen, sollten Sie immer Ausschau halten nach möglichen Förderungen! Gerade im energieeffizienten Bereich gibt es viele Fördertöpfe, von denen Sie profitieren können.

Auf Bundesebene bietet die EEG Vergütung für jedes Kilowatt Strom, das durch Ihre Solaranlage erzeugt und in das öffentliche Stromnetz eingespeist wird, den höchsten Zuschuss.

Auf Landeseben können Sie häufig zusätzliche Förderungen erhalten. Da sich die Förderlandschaft regelmäßig ändert, können Sie beim Förder.Navi der Landesgesellschaft NRW.Energy4Climate Ihre passende Förderung finden: Förder-Navi (energy4climate.nrw).

Auch auf kommunaler Ebene gibt es häufig Zuschüsse für die Installation von Solaranlagen oder Steckersolargeräten. Da die Fördertöpfe meist deutlich geringer sind und schnell ausgeschöpft werden, sollten Sie sich hierfür direkt auf der Internetseite Ihrer Stadt oder Gemeinde informieren. Von allen teilnehmenden Städten und Gemeinden der Solarmetropole Ruhr, finden Sie die Förderseiten direkt hier: Förderungen und Sonderaktionen – Solarmetropole Ruhr

Bei der Erteilung des Auftrags sollte darauf geachtet werden, dass dieser so genau wie möglich ist. Das heißt, dass der Umfang, der Zeitpunkt und die Zahlungsmodalitäten sollten schriftlich festgehalten werden, sodass Sie und der Handwerksfachbetrieb einen klaren Fahrplan haben.

Während der Arbeiten kann sich herausstellen, dass die Kosten höher liegen als im Angebot aufgeführt. Achten Sie darauf, dass der Betrag nur eine Steigerung von maximal 15-20 % der veranschlagten Kosten aufweisen darf. Eine Möglichkeit ist die Vereinbarung eines Festpreises.

Hier finden Sie weitere Informationen, was bei einem Auftrag zu beachten ist: Handwerker: Was bei einem Auftrag zu beachten ist | Verbraucherzentrale.de

Ihr Handwerker wird nach Aufbau der Anlage die Inbetriebnahme durchführen. Sie erhalten ein Inbetriebnahme-Protokoll, in dem auch der Zählerstand Ihres Einspeisezählers festgehalten wird. Von nun an sind Sie Stromproduzent! Der zuständige Netzbetreiber wird mit Ihnen einen entsprechenden Vertrag schließen und Ihnen den eingespeisten Strom nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) vergüten. Hier finden Sie die aktuellen Vergütungssätze bis Januar 2025.

Spätestens jetzt sollten Sie Ihrer Gebäudeversicherung die Photovoltaik-Anlage als neuen Bestandteil Ihres Gebäudes anzeigen, damit Sie zum Beispiel bei Sturmschäden abgesichert sind. Zudem muss jede stromerzeugende Anlage in das Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur eingetragen werden. Da Sie durch Ihre PV-Anlage zum Stromproduzent werden, indem Sie Ihren Strom an den Netzbetreiber „verkaufen“, müssen Sie sich auch der steuerrechtlichen Frage stellen. Diese ist mit den Neuerungen in 2022 für kleine PV-Anlagen bis 30 kWp deutlich einfacher geworden.  Die wichtigsten Informationen haben wir hier zusammengefasst.

Aktuelle Daten und Fakten

 

Stromversorgung durch PV

Im Jahr 2023 wurde durch Photovoltaik so viel Strom erzeugt, dass 12 % des gesamten Brutto-Stromverbrauchs nur durch Solarstrom gedeckt werden konnten (Vergleich 2019: 8,2 %). Insgesamt wurden 52 Prozent des verbrauchten Stroms in Deutschland aus erneuerbaren Energien gewonnen (Vergleich 2019: 43 %). An sonnigen Tagen kann allein Solarstrom sogar zeitweise bis zu zwei Drittel des momentanen Stromverbrauchs decken (Fraunhofer ISE 2024). Für März 2023 hat das Statistische Bundesamt die letzten Zahlen veröffentlicht, wie der Ausbau von Photovoltaik vorangeht. Dort gab es in Deutschland über 2,6 Millionen Photovoltaik-Anlagen (Vergleich 2022: 2,2 Millionen), mit einer insgesamten installierten Leistung von 70.600 Megawatt (Vergleich 2022: 58.400 Megawatt). Rein rechnerisch können damit über 17 Millionen Durchschnittshaushalte in Deutschland mit Strom versorgt werden (Annahme: 4-Personen-Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh).

Einspeisevergütung

Für kleine Dachanlagen bis 10 kWp, die ab Januar 2023 in Betrieb genommen wurden, erhält man abhängig von der Anlagengröße bis zu 8,11 Cent pro Kilowattstunde. Ist die Anlage größer, erhält der Anlagenteil ab 10 kWp 7,03 Cent pro kWh (abhängig von Anlagengröße). Da die Einspeisevergütung – unabhängig von der Größe der Anlage – in den letzten 15 Jahren stetig gesunken ist, lohnt sich mittlerweile besonders die Erhöhung des Eigenverbrauchs des produzierten Stroms als die vollständige Einspeisung in das öffentliche Netz. Doch auch im Bereich Volleinspeisung gibt es seit 2023 Neuerungen. Hier erhält jeder Anlagenbetreiber aktuell bis zu einer Anlagengröße von 10 kWp 12,87 Cent pro Kilowattstunde, für jedes weitere kWp verbauter Leistung zusätzlich 10,79 Cent pro Kilowattstunde. Hier gibt es alle Vergütungssätze bis Januar 2025. Bundesverband Solarwirtschaft

Senkung des CO2-Ausstoßes

Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien konnte der CO2-Emissionsfaktor für den deutschen Strommix, mit Berücksichtigung der Vorketten, von 860 g CO2eq/kWh (1990) auf 498 g CO2eq/kWh (2022) gesenkt werden. Allein durch Photovoltaik wurden 2019 41,7 Mio. Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart. Dabei wurden die aus der Produktion der PV-Module entstandenen Emissionen berücksichtigt. Zudem dient die deutsche Energiepolitik mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) als Vorbild und Vorreiter für viele weitere Länder: Über mehrere Jahre hat Deutschland die Technologieentwicklung und Preissenkung wesentlich beschleunigt und dadurch PV-Strom für viele Menschen auch in Entwicklungsländern schneller erschwinglich gemacht (Fraunhofer ISE 2024).

Technik und Leistung

PV-Anlagen sind sehr störungs- und wartungsarm. Während eine PV-Anlage ohne Probleme 30 Jahre alt werden kann, muss der Wechselrichter nach durchschnittlich 15 Jahren einmal erneuert werden. Ähnlich sieht es mit der Lebensdauer eines Batteriespeichers aus, wenn dieser gemeinsam mit der Anlage installiert wurde. Bei lokalen Einflüssen wie Laubabwurf, Vogelkot oder Ruß aus nahen Schornsteinen, kann es passieren, dass PV-Module mit der Zeit verschmutzen. In der Regel werden die Module durch regelmäßigen Niederschlag gereinigt, bei besonders intensiver Verschmutzung kann es mit der Zeit jedoch zu Ertragsbußen kommen. Nutzen Sie bei der Installation einer Anlage daher immer smarte Messsysteme, um den Ertrag Ihrer Anlage im Blick zu behalten. Natürlicherweise ist eine PV-Anlage einer Degradation unterlegen, einer abnehmendem Leistung mit fortschreitendem Alter. Diese ist jedoch verhältnismäßig gerin, nach einer Studie des Fraunhofer ISE sinkt die Leistung einer PV-Dachanlage jedes Jahr  durchschnittlich nur um 0,15 %.Zusätzlich produziert sie – im Gegensatz zu Kohlekraftwerken – keine Treibhausgase während des Betriebs. Anders als oft angenommen können Solaranlagen auch problemlos auf Flachdächern, denkmalgeschützten Häusern und auf Dächern mit Ausrichtung nach Osten oder Westen installiert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Installation unkompliziert und in der Regel innerhalb von zwei Tagen erfolgt. Danach kann direkt grüner Strom erzeugt werden.

 

Die aktuellsten Entwicklungen immer zum Nachlesen

Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme der ISE stellt seit einigen Jahren aktuelle Fakten zu dem Photovoltaik in Deutschland zur Verfügung. Die Informationen werden regelmäßig aktualisiert, der Link zu den Informationen bleibt dabei immer gleich: https://www.ise.fraunhofer.de/content/dam/ise/de/documents/publications/studies/aktuelle-fakten-zur-photovoltaik-in-deutschland.pdf. Der Bericht konzentriert sich auf die zentralen Fragen und ist für jeden PV-Interessenten sehr empfehlenswert.

Wenn es um die konkrete Realisierung von Photovoltaik-Anlagen geht, ist die Verbraucherzentrale der wichtigste Ansprechpartner. Alle relevanten Informationen zu der Installation einer eigenen Anlage inklusive der aktuelle geltenden Regelungen finden Sie hier:  EEG 2023: Das hat sich für Photovoltaik-Anlagen geändert | Verbraucherzentrale.de. Auch diese Informationen werden regelmäßig aktualisiert.

Alternativen zum Dach

Nicht jedes Hausdach eignet sich für eine Solaranlage. Das kann zum Beispiel an zu starker Beschattung durch Bäume oder auch an einem ungünstigen Winkel des Daches zur Sonne liegen. Wir empfehlen daher: Wenn Sie Interesse an einer Solaranlage haben oder generell grünen Strom aus erneuerbaren Energien selbst erzeugen möchten, machen Sie den Dachcheck. Mit nur wenigen Klicks bekommen Sie eine erste Einschätzung, ob Ihr Dach für eine Solaranlage geeignet ist oder nicht. Falls Ihr Dach nicht geeignet sein sollte heißt das aber noch lange nicht, dass Sie sich gleich vom Gedanken verabschieden müssen, eigenen Strom nachhaltig zu erzeugen. Denn mittlerweile gibt es auf dem Markt einige interessante Alternativen zur klassischen Solaranlage. Im Folgenden finden Sie einen groben Überblick:

Stecker-Solar an Fassade und Balkon

Wenn sich Ihr Dach nicht für eine Solaranlage eignet, haben Sie eventuell die alternative Möglichkeit, an anderen Stellen Ihres Gebäudes Strom zu erzeugen. Sogenannte Stecker-Solargeräte (1 oder 2 Standard-Solarmodule und Wechselrichter) können an der äußeren Seite eines Balkons, an der Terrasse oder Ihrer Hausfassade angebracht werden. Über Stecker und Steckdose fließt der erzeugte Strom direkt ins Haus und kann Haushaltsgeräte betreiben. Reicht der selbst erzeugte Strom gerade nicht aus, wird automatisch Strom aus dem öffentlichen Netz hinzugezogen.

Weiterführende Informationen gibt es von der Verbraucherzentrale NRW unter:

https://www.verbraucherzentrale.nrw/wissen/energie/erneuerbare-energien/steckersolar-solarstrom-vom-balkon-direkt-in-die-steckdose-44715

Freiflächen und Garten

Mittlerweile gibt es eine Menge Flächen und Orte, an denen PV Anwendung findet. Für Landwirte ist besonders das Prinzip der Agrophotovoltaik interessant: PV-Anlagen auf den Feldern fangen das Sonnenlicht ein, betreiben so stromintensive Geräte im Betrieb und spenden zugleich Schatten für angebautes Obst und Gemüse. Große ungenutzte Wasserflächen wie Seen oder auch Meere bieten Potential für schwimmende PV-Anlagen und Solar-Zebrastreifen und –Straßen bieten mehr Komfort, Sicherheit und Möglichkeiten der nachhaltigen Stromerzeugung.

Wer über ausreichend Platz im Garten oder vielleicht sogar auch auf dem Gartenhaus verfügt, kann die Stromerzeugung auch dorthin verlegen. Es gibt verschiedene Module, die sich auch im Garten auf dem Rasen oder auf dem Gartenhausdach anbringen lassen und so Strom produzieren. Vor allem Strom vom Dach kann zum Beispiel das Gartenhaus selbst, Gartenbeleuchtung und auch Elektrogeräte im Garten- oder Wohnhaus betreiben. Alternativ kann unter günstigen Bedingungen auch über ein PV-Carport nachgedacht werden. Solarcarports sind gerade absolut im Trend und können als Unterstellplatz für das Auto oder für Fahrräder genutzt werden. Handelt es sich hierbei um Elektroautos und E-Bikes gibt es das Aufladen unterm Dach direkt mit dazu.

 

 

 

Gadgets

Solarpowerbank

Eine Solarpowerbank ist der perfekte Begleiter für Tagesausflüge und ist immer und überall einsatzbereit. Der Vorteil gegenüber einer herkömmlichen Powerbank: Die Solarpowerbank wird über die Sonne aufgeladen und kann so selbst quasi nie leer gehen.

Solarmatte

Eine Solarmatte ist flexibel einsetzbar. Zugeklappt kann sie platzsparend transportiert und bei Bedarf unterwegs ausgeklappt werden. Sie eignet sich besonders gut für Campingtrips oder längere Tagesausflüge, wenn man sowieso mit Rucksack unterwegs ist.

Solarglas

Die Solar-Lampe stammt aus Südafrika und dient dort Menschen ohne Zugang zu Strom als autarke Lichtquelle. Solarzellen auf der Oberseite laden die Lampe auf und bei Dunkelheit schalten sich LEDs im Glas ein und spenden Licht.

Solar-Tastatur

Kabellos und keine Batterien: Solar-Tastaturen werden durch Tageslicht und Bürobeleuchtung aufgeladen.

Weitere Gadgets: Solar-Grill, Solar-Taschenlampe, Solar-iPhone, Solar-Lautsprecher, Solar-Uhr (z. B. von Garmin)